Ein Blogbeitrag zur Geschichte hinter der Idee: Ein gemeinsames Interview mit Reinhold, Markus und Christian
Wie alles begann
Christian: „Eigentlich fing alles in Ulm an – und das war nicht mal geplant. Ich war dort beruflich unterwegs, hab die Stadt erkundet und dachte mir: Mensch, hier gibt’s ja richtig gute Weine auf den Karten – vor allem deutsche Weine! Und nicht nur das: In einem Weinladen bin ich mit dem Inhaber ins Gespräch gekommen. Natürlich ging’s sofort um Frankenwein.“
Reinhold: War klar, sobald du ‚Wein‘ sagst – oder über gutes Essen sprechen kannst – bist du in deinem Element.“
Christian: YES, jedenfalls: Der Inhaber fand Franken innovativ und spannend, und meinte sogar, dass die Qualität der Weine seit Jahren deutlich zulegt. Aber Boxbeutel = verstaubt. Silvaner-Weine = lecker, aber speziell. Da dachte ich mir: Da geht doch mehr. Ich habe mit Reinhold noch direkt im Weinladen dazu gechattet, ein bisschen Wissen für die Diskussion mit dem Inhaber abgegriffen und ihm Bilder der kleinen, aber feinen fränkischen Weinauswahl geschickt. Und dann kam von dir, Reinhold, dein legendärer Satz.“
Reinhold: „Ja – irgendwas wie: ‚Dann hast du jetzt einen missionarischen Auftrag die Ulmer-Spatzen zu frankonisieren.‘ Und weil wir ja ungern allein missionieren, hab ich noch drangehängt: ‚Wir könnten auch gemeinsam als Frankenapostel auftreten. Du, Markus und meine Wenigkeit. Und keine Sorge: Mit guten Weinen im Gepäck müssen wir keinen Märtyrertod befürchten.‘“
Markus: „Ich erinnere mich – ihr habt mich direkt eingeweiht und ich dachte: Das passt. Und das macht Spaß. Drei Typen, drei Geschichten, eine Leidenschaft. Perfekte Mischung. Kurz habe ich überlegt, ob es anmaßend ist, uns ‚Frankenapostel‘ zu nennen – aber dann wurde mir klar: Der Begriff ist positiv besetzt, und unsere Aufgabe hat tatsächlich etwas Missionarisches. Wir wollen unser Frankenland erlebbar machen.“
Der Wandel im fränkischen Weinbau
Markus: „Bevor wir zu unserer eigentlichen Gründungsgeschichte kommen – man muss ehrlich sagen: Der Weinbau in Franken steckt gerade in einer besonderen Phase. Vieles ist im Wandel.“
Reinhold: „Stimmt. Wirtschaftlich sind’s nicht die einfachsten Zeiten: Überproduktion, Preisdruck, die ganze Alkohol-Diskussion … das spürt jeder Winzer. Aber gleichzeitig sehen wir auch Chancen wie selten zuvor.“
Christian: „Genau. Die Leute suchen heute Authentizität, Regionalität und echte Erlebnisse. Sie wollen wissen, wo ihr Wein herkommt. Sie wollen Geschichten, Charakter und Menschen dahinter kennenlernen. Und da wird’s für uns spannend.“
Markus: „Wir wollen das, was gut läuft, sichtbar machen. Die positiven Entwicklungen, die starken Betriebe, die Leidenschaft, die in Franken steckt.“
Reinhold: „Aber wir blenden auch nichts aus. Wenn was kritisch ist, sprechen wir’s an – aber immer mit Bodenhaftung und ohne Zeigefinger.“
Christian: „Hands-on, positiv, konstruktiv. Mit Einblicken, Berichten, Ideen und vielleicht auch Lösungen, wenn uns welche einfallen. Genau da sehen wir unseren Platz als Frankenapostel.“
Der Funke wird zur Idee – und die Idee zur Mission
Christian: „Wir haben uns in der Weinstube Maulaffenbäck zur konspirierenden Sitzung getroffen, die Köpfe zusammengesteckt und ein gemeinsames Konzept entwickelt. Ich kann mich noch gut an den Nachbartisch erinnern – die hatten überhaupt nicht gecheckt, was wir mit den Frankenaposteln eigentlich vorhaben. Über deren Köpfen standen förmlich die Fragezeichen. Und aus Spaß haben wir dann ChatGPT gefragt, was die KI von ›Frankenapostel‹ hält.“
Markus: „Das Ergebnis war fast schon unheimlich gut.“
Reinhold: „Vor allem das mit der ‚frohen Botschaft‘. Und dass unser Silvaner die Hostie sei… da musste ich lachen.“
Christian: „Aber inhaltlich war’s spot-on:
Wir sind Botschafter.
Wir erzählen Geschichten.
Wir bringen Menschen dazu, Franken zu fühlen – nicht nur zu sehen.
Aber jetzt genug von unseren Geschichten – wir wollen euch ja nicht langweilen.“
Wer sind die Frankenapostel eigentlich?
Markus: „Dann stellen wir uns mal offiziell vor – wer fängt an?“
Reinhold: „Ich mach’s kurz und trocken – wie ein guter Silvaner. Baujahr 1964, verheiratet, drei Kinder. Vor 46 Jahren Winzerlehre im Weingut Störrlein. Kellermeister in Thüngersheim, immer eigene Weinberge bewirtschaftet – mit viel Herzblut und noch mehr Rebschnitt. Heute wachsen meiner Riesling-Trauben für das Weingut Rudolf May und werden von Rudi und seinem Team richtig klasse ausgebaut. Wein ist für mich Lebensweg, Leidenschaft und Handwerk in Reinkultur.“
Markus: „Dann übernehme ich.
Ich, Baujahr 1963, Diplom-Kaufmann. Verheiratet mit Hedwig Östreicher – ja, genau, aus DEM Weingut Östreicher in Sommerach. Ich liebe Geschichte, Technik und guten Wein. Und mein Weinkühlschrank… nun, sagen wir so: 180 Flaschen passen rein, und er ist trotzdem immer voll. Seit vielen Jahren führe ich als Stadtführer zweisprachig durch Würzburg – mit Witz, Charme und einem Faible für die kleinen Geschichten hinter den großen Fassaden.“
Christian: „Und ich bin der Sunnyboy der Runde – sagen zumindest die anderen. Baujahr 1967, Schütze, Kommunikator, Naturmensch und studierter Diplom-Wirtschaftsingenieur, über 30 Jahre selbständig. Geboren in Schweinfurt, heute in Volkach zuhause. Und im Herzen immer ein bisschen auf Mallorca. Im Frühjahr, Sommer und Herbst findet man mich draußen: auf dem Bike, im Camper oder im Weinberg. Im Winter tanke ich Sonne auf Mallorca – und Ideen. Ich liebe Menschen, Geschichten und Momente, die verbinden. Und genau das ist für mich Frankenwein: Verbindung.“ Ach ja, ich restauriere noch alte Braun HiFi-Klassiker von Dieter Rams und meine Schallplatten-Sammlung wächst seit 2 Jahren wieder.
Wie aus der Ausbildung zum Gästeführer eine gemeinsame Vision wurde
Reinhold: „Kennengelernt haben wir uns am 22. Februar 2025 – in unserem Kurs zum Weinerlebnisführer bei der LWG. Drei Männer, drei Lebenswege – eine gemeinsame Leidenschaft.“
Markus: „Seit dem 30. Oktober sind wir offiziell zertifiziert. Und irgendwie war klar: Das war nicht das Ende. Das war der Anfang.“
Christian: „Die Idee: Wir wollen nicht nur Touren anbieten. Wir wollen Franken erzählen.
Mit Geschichten, Gesichtern, Orten, Weinen.
Mit Humor, Herz und Haltung.“
Die Marke „Frankenapostel“ – wofür steht sie?
Reinhold: „Für Wertschätzung der Region, der Gastro und ihrer Winzer.“
Markus: „Für Genuss, Wissen, lecker Essen und ehrliche Gastfreundschaft.“
Christian: „Für Begeisterung, die bleibt. Für Herkunft, die man schmeckt.
Und für ein Ziel: Frankenwein und Genuss wieder ins Gespräch bringen – mit Geschichten, die hängen bleiben.“
Unsere Vision
Alle drei zusammen: „Wir erzählen Wein neu – nicht elitär, sondern erlebbar.
Mit Witz, Wissen und Wein im Glas. Wir sind unterwegs im Auftrag des Weins.“
Ein Schlusswort?
Reinhold: „Wenn jemand nach einer Tour sagt: ‚Jetzt verstehe ich Franken.‘ – dann haben wir alles richtig gemacht.“
Markus: „Wenn jemand eine Flasche Silvaner kauft und sagt: ‚Die bring ich meinen Freunden mit.‘ – dann beginnt unsere Mission zu wirken.“
Christian: „Und wenn jemand wiederkommt – dann wissen wir: Wir haben Geschichten erzählt, die bleiben. Das ist unsere Herzenssache. Das ist unser Auftrag.
Wir sind die Frankenapostel.“

