Ein Blogbeitrag von Christian, Frankenapostel
Im Gespräch:
Christian (Frankenapostel) und Pascal Reinhold (Weinbar Pinot)
Christian: Pascal, Du hast das ehemalige Weinlokal Dahms übernommen – ein Ort mit Geschichte. Was ging Dir durch den Kopf, als klar war: Das wird jetzt Dein Laden?
Pascal: Respekt – und richtig viel Vorfreude. Das Weinlokal Dahms und seine Vorgänger haben hier über Jahrzehnte funktioniert, viele Stammgäste, viel Vertrauen. Ich war ja selbst schon ein einhalb Jahre Restaurantleiter und wusste, was dieser Ort kann. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich gesagt habe: Jetzt will ich meine eigenen Ideen umsetzen. Dass sich dann die Möglichkeit ergeben hat, das Ganze als Pächter zu übernehmen, war perfekt.
Christian: Du kanntest die Gäste, die Abläufe, die Weine. War das eher Vorteil oder auch Druck?
Pascal: Beides. Der Vorteil ist klar: Die Leute kennen Dich, vertrauen Dir, bleiben Dir treu. Gleichzeitig willst Du diesem Vertrauen auch gerecht werden. Und Du willst ja nicht einfach nur weitermachen, sondern Deinen eigenen Stil reinbringen. Genau dieser Spagat macht es spannend.
Christian: Was ist geblieben vom Weinlokal Dahms – und was ist neu in der Weinbar Pinot?
Pascal: Die Basis ist geblieben: gute Weine, vor allem aus Franken, und die enge Verbindung zum Weingut Dahms. Die Weine gehören hier einfach dazu und bleiben Teil der Karte.
Neu ist vor allem die Ausrichtung: moderner, offener, mehr Bar-Charakter. Weniger „klassisches Weinlokal“, mehr Treffpunkt für unterschiedliche Leute – vom Feierabend-Glas bis zum bewussten Tasting.
Christian: Du bist jung, hast aber schon Verantwortung getragen. Wie wichtig ist Dir diese Mischung aus Ausbildung und Praxis?
Pascal: Extrem wichtig. Ich habe nach meiner Ausbildung zum Hotelfachmann viel Praxiserfahrung gesammelt – auch in leitenden Funktionen. Das hilft Dir, weil Du nicht nur Ideen hast, sondern weißt, wie man sie umsetzt. Und gerade im Weinbereich geht es ja nicht nur ums Produkt, sondern um Beratung, Gefühl und Timing.
Christian: Wenn man sich Deine Speisekarte anschaut: Da geht’s nicht nur um Wein, sondern auch um echte Genussmomente. Was war Dir da wichtig?
Pascal: Dass es unkompliziert, aber richtig gut ist. Du kannst hier einfach nur ein Glas trinken – oder eben auch richtig genießen. Von kleinen Snacks wie Oliven, Biokäse und Dürrplätz bis hin zu Bruschetta, Flammkuchen aus dem Steinofen oder einer klassischen Brotzeitplatte.
Ich mag dieses „Teilen & Zusammen genießen“. Ein Snackteller, ein Glas Wein, gute Gespräche – das ist für mich genau das, was eine Weinbar ausmacht.
Christian: Stichwort Flammkuchen & Brotzeit mit hausgemachten Gerupften – das passt schon ziemlich gut zu Frankenwein, oder?
Pascal: Absolut. Genau darum geht’s: ehrliche Kombinationen. Ein Silvaner zum Flammkuchen, ein Rotwein zur Brotzeitplatte oder eine Scheurebe zum Thaicurry am Donnerstag – das funktioniert einfach. Und ich finde, man muss das nicht kompliziert erklären. Die Gäste merken schnell selbst, was zusammenpasst.
Christian: Im Businessplan wird viel Wert auf Regionalität, Qualität und ein klares Konzept gelegt. Wie setzt Du das im Alltag um?
Pascal: Indem ich mich bewusst fokussiere. Regionale Lieferanten, frische Produkte, klare Auswahl.
Ich will keine riesige Speisenkarte, sondern ein stimmiges Angebot und hausgemachte Produkte, wie zum Beispiel hausgemachter Sirup für die Cocktails oder selbstgebackene Cracker oder Cookies sowie am Wochenende unsere hausgebackenen Kuchen und Zimtschnecken von unserem Lieblingsbäcker. Qualität vor Quantität. Und das gilt genauso für die Weine wie für das Essen.
Christian: Du setzt auch auf Events, Weinproben und Erlebnisse. Warum ist Dir das so wichtig?
Pascal: Weil die Leute genau das suchen: Erlebnisse.
Wein ist emotional. Wenn Du das mit einer kleinen Weinreise, einer moderierten Probe oder einem Event verbindest (1x im Monat ist Live-Musik), bleibt es hängen. Und genau das macht dann auch den Unterschied.
Christian: Jetzt mal ehrlich: Was ist Deine Vision für die Weinbar Pinot?
Pascal: Ich will, dass das Pinot ein fester Anlaufpunkt wird – für Schweinfurt und darüber hinaus. Ein Ort, wo man gerne hingeht, wo man sich trifft, wo man guten Wein bekommt und sich wohlfühlt.
Und ich will zeigen, wie modern und vielfältig Frankenwein sein kann – ohne ihn zu verbiegen.
Christian: Du wurdest am 21.04.2026 beim Weintourismus-Symposium in Iphofen als einer von 12 neuen zertifizierten Partnern ausgezeichnet. Glückwunsch! Was bedeutet Dir das?
Pascal: Danke Dir! Das ist schon etwas Besonderes. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und es motiviert natürlich, weiter Gas zu geben. Ich sehe mich jetzt noch stärker als Teil vo „Franken Wein. Schöner. Land“ – und will genau das hier in der Bar auch erlebbar machen.
Christian: Letzte Frage: Wann ist für Dich ein Abend im Pinot perfekt?
Pascal: Wenn die Leute bleiben. Wenn aus einem Glas zwei werden. Wenn am Ende gelacht wird, vielleicht neue Leute kennengelernt werden – und alle sagen: „War ein guter Abend.“
Dann weiß ich, dass wir alles richtig gemacht haben.
Christian: Danke Dir, Pascal. Genau solche Orte braucht Franken – und genau solche Gastgeber auch.
Kontakt
PINOT – Pascals Cafe.Wein.Bar
Brückenstraße 23
97421 Schweinfurt
Telefon: 09721 / 73 03 240
Inhaber: Pascal Reinhold
Web: https://weinbar-pinot.de/
Mail: info@weinbar-pinot.de




